Schulter, Nacken, Knie oder Hüften – sie spiegeln unsere innere Verfassung wider. Der französische Osteopath Jean-Pierre Barral hat die Sprache der Gelenke entschlüsselt. Er fand heraus: Stress wirkt auf sie wie Sand im Getriebe.

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Steif wie ein Brett. Innerlich blockiert. Vielleicht auch ab und an „halsstarrig“. „Dr. Volksmund“ spricht eine klare Sprache. Unsere Redewendungen verraten oft schon, wohin die Reise gehen sollte: zu mehr Flexibilität oder Aufrichtigkeit, zu weniger „Den-Kopf-Einziehen“ oder zu mehr „Sich-Gerade-Machen“. Der Körper versucht uns mithilfe von Schmerzen dahin zu bringen, seine Signale ernst zu nehmen. Erst hat er es leise probiert. Nun wird er vehement.

 

DER ANDERE BLICK DES OSTEOPATHEN

„Unsere Emotionen, Organe und Gelenke stehen nicht isoliert nebeneinander“, sagt der weltweit renommierte Osteopath Jean-Pierre Barral. „Sie tauschen Botschaften miteinander aus, und wir müssen lernen, ihre Bedeutung zu verstehen. Es ist wichtig, dass wir uns mit unseren Schmerzen auseinandersetzen und wissen, wo unsere Schwachpunkte liegen.“ Das klingt nach Arbeit. Das TIME-Magazin kürte seinen innovativen Heilansatz dennoch zu einem der bedeutendsten des neuen Jahrtausends. Denn was er sagt, klingt gleichzeitig nach einer anderen Möglichkeit als Schmerzen, noch mehr Schmerzen und schließlich Gelenkersatz. Ohne dass wir verstehen, wo unsere Wunden sind und was sie überall im Körper auslösen, werden Schmerzen allenfalls kurzfristig verschwinden. 

Fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an Gelenkarthrose. Jeder Zweite kennt Rückenschmerzen, die oft schon im Schulalter beginnen. Wenn Sie, so wie es auch die Homöopathie tut, davon ausgehen, dass geistige, seelische und körperliche Umstände Kettenreaktionen auslösen können, öffnet sich eine neue Tür. Sie werden in die Lage versetzt, das aktiv zu beeinflussen, was ursprünglich zu den Beschwerden führte.

 

ANGEBOREN & ERWORBEN

Zunächst einmal: Für die Gesundheit und Flexibilität unseres Knochen- und Gelenksystems sind sowohl angeborene als auch erworbene Faktoren verantwortlich: die genetische Disposition einerseits, in Kombination mit den psychischen und physischen Umständen, von denen Mütter während der Schwangerschaft beeinflusst werden. Andererseits zeigt das, was wir im Laufe unseres Lebens erleben und erfahren, permanent Wirkung: Unfälle, Traumata, seelische Verletzungen. Doch auch, wie (z. B. mit welcher Nahrung) und wo (z. B. in den Bergen, der Großstadt) wir aufwachsen, sind wichtige Faktoren. Um den heftigen Schmerz der Gelenke erklären zu können, muss man wissen: Jedes einzelne besitzt ein hoch entwickeltes Nervennetzwerk, das an jeder einzelnen unserer Bewegungen beteiligt ist. Botschaften werden vom Gehirn empfangen und zurückgesandt. Bei Beschwerden transportiert ein Gelenk Millionen von Negativbotschaften in die Schmerzzentren des Gehirns, die dann miteinander verknüpft werden. Die Auslöser reichen von wetterbedingter Feuchtigkeit über Verletzungen bis zu hormonellen bzw. Verdauungsstörungen. Immer sind auch psychosoziale Faktoren involviert, die zu viel Spannung in der Wirbelsäule auslösen, die dann wiederum in sämtliche Gelenke und Organe geleitet wird. Es ist bekannt, dass Migräne oft durch Probleme der Halswirbelsäule verstärkt wird. „Was weniger bekannt ist: Infektionskrankheiten können Auswirkungen auf Knie und Hüften haben, ein steifer Nacken hat vielleicht seine Ursache in den Zähnen und schlechtes Sehvermögen wirkt sich auf die Wirbelsäule allgemein aus.“
 

Die Erfahrung des Osteopathen Jean-Pierre Barral

VIELE FAKTOREN SIND BETEILIGT
Jedes Trauma, sei es seelischer oder körperlicher Natur, hinterlässt eine Spur – physisch, aber auch energetisch. In dem elektromagnetischen Feld, das jeden Menschen umgibt, entsteht an der Stelle der Verletzung eine Art Riss. So kommt es, dass Sie sich danach dort immer wieder stoßen.
Jede Verletzung und  Verunsicherung spiegelt sich auch in unserer Körperhaltung wieder – und hat Folgen:

  • Permanent leicht gebeugte Knie signalisieren z. B. fehlende Selbstsicherheit, Angst vor Konfrontation, Empfindlichkeit und Zurückgezogenheit. Die Fehlhaltung setzt sich nach oben bis in die Lendenwirbelsäule fort und kann dort massive Schmerzen auslösen.
  • Das Becken bildet unser festes Fundament – wie ein Symbol für die Stabilität unserer Lebensumstände. Geraten diese im wahrsten Sinne des Wortes aus den Fugen, übernehmen die unteren Lendenwirbel die stabilisierende Funktion. Folge: Die Bandscheiben werden überlastet, weil sie für die Bewegungen, die sie nun übernehmen, nicht konzipiert sind. Eine Hüftarthrose tritt nach Barrals langjähriger Erfahrung besonders bei Frauen oft dann auf, wenn eine gehäufte physische Belastung mit einem Verlust der psychischen Stabilität und der Beständigkeit in der Umgebung und Familie einhergeht.
  • Psychische Spannungen lösen Verspannungen an allen Muskeln der Wirbelsäule aus. „Ein Hexenschuss kann nach Jahren des Zuviels auftreten. Die Ursachen müssen keinesfalls akut sein“, betont er.
  • Eine Schwäche der Lendenwirbel weise oft auf die Ablehnung einer Situation oder auf das Gefühl, „neben der Spur“ zu sein,
  • der Brustkorb mit seinen 150 Gelenken umschließt und schützt das Herz, signalisiert in seiner aufrechten Haltung Dominanz und Offenheit – ist aber zugleich auch der Sitz des Grolls, der die Brustwirbelsäule blockieren kann.
  • „Die Angst sitzt mir im Nacken“, sagt der Volksmund, oder „Sie trägt die ganze Welt auf ihren Schultern.“ Unsere Sprache verrät, wonach Ärzte und Therapeuten oft vergeblich suchen: der eigentlichen Wurzel des Übels.                                       



Die innere Vernetzung

Es gibt nicht die Wunderwaffe. Doch es gibt sinnvolle Maßnahmen, um vorzubeugen und die Gelenke auf sanfte Weise zu unterstützen. Dazu gehört das Verständnis, wie wir innerlich vernetzt sind. Osteopath Jean-Pierre Barral erklärt, wie Organe unter Umständen Störungen in die Gelenke projizieren, die wir sonst nicht wahrnehmen:

  • Herz: auf den Kiefer bis zur oberen Brustwirbelsäule
  • Hals, Nase, Ohren, Schilddrüse: auf den Nacken  
  • Leber: auf die rechte Schulter 
  • Magen, Bauchspeicheldrüse: auf die linke Schulter und die obere Halswirbelsäule 
  • Lunge, Brüste, Herz: auf die obere Brustwirbelsäule 
  • Leber, Magen, Bauchspeicheldrüse, Zwölffingerdarm: auf die mittlere Brustwirbelsäule
  • Nieren, Dünndarm: auf die untere Brustwirbelsäule 
  • Nieren, Darm Harnleiter: obere Lendenwirbelsäule 
  • Urogenitalsystem, Eierstöcke, Eileiter, Prostata, Blase: auf die untere Lendenwirbelsäule
  • Geschlechtsorgane, Darm: auf die unteren Extremitäten 
  • Nieren: auf Knie, Hüften 
  • Nieren und Geschlechtsorgane: auf die Füße

BEWEGUNG ist am wichtigsten für die Gelenke – und zwar schonende und abwechslungsreiche, um sie nicht einseitig zu belasten. Sinnvoll ist es, langsam mit dem Training zu beginnen. Experten empfehlen Trainingseinheiten von
30 Minuten.

  • Schwimmen ist besonders geeignet, denn aufgrund des Auftriebs durch das Wasser werden die Gelenke zwar gleichmäßig bewegt, jedoch kaum belastet.
  • Gymnastik im angenehm temperierten Wasser oder auch entspannendes Watsu (Shiatsu im Wasser) ist perfekt. Feuchte Kälte dagegen ist schädlich.
  • Gehen, Wandern und ganz besonders Nordic Walking sind sehr gut geeignet, um Gelenke von Kopf bis Fuß in Schwung zu bringen. Streichen Sie Jogging – es belastet die Kniegelenke zu sehr. 
  • Radfahren trainiert die Gelenke auf schonende Weise, ganz besonders Knie, Hüften und Füße.


ERNÄHRUNG erzeugt ebenfalls bestimmte Kettenreaktionen in den Gelenken, die Sie durch eine bewusste Umstellung positiv beeinflussen können. Essen ist Medizin!

  •   Für die gesunde Durchfeuchtung ist es wichtig, regelmäßig kleine Mengen Wasser (!) zu trinken, mindestens 1 Liter pro Tag.
  • Essen Sie abends leicht, damit Ihre Leber nachts keine Höchstleistungen vollbringen und die Überlastung an Muskeln und Gelenksystem weiterleiten muss.
  • Barral rät, Milchprodukte abends und am Ende einer Mahlzeit wegzulassen, weil Kühe zunehmend durch Schadstoffe und Antibiotika belastet sind.
  • Bio-Geflügel und Fisch sind eher empfehlenswert, rotes Fleisch wegen des hohen Gehaltes an Archaidonsäure (auch in fetter Milch und Käse) jedoch höchstens 1 x pro Woche.
  • Bei immer wiederkehrenden Gelenkproblemen meiden Sie Fleisch- und Wurstwaren, Schalentiere, Milch und Milchprodukte, Fett, Schokolade und Weißwein.
  • Das fettlösliche Vitamin E (z. B. in kaltgepressten Ölen, Eigelb und Saaten) schützt die Gelenke vor aggressiven freien Sauerstoffradikalen, die sich wie „Zellrost“ an die Gelenke setzen. Was der Körper an Schadstoffen nicht unschädlich machen kann, verändert den Säurespiegel und damit auch den Zustand der Gelenkkapseln und Schleimbeutel.
  • Wenn der Darm seine Ausscheidungsfunktion nicht richtig wahrnimmt, gelangen diese in den Blutkreislauf, die Muskeln und die Gelenke: „Sie blockieren, die Gelenkschmiere verdickt und in der Folge versteifen Gelenkkapsel und Bänder“, so Barral. 

ENTGIFTEN: Ideal zum Entschlacken sind Dampfbad und Sauna.

HOMÖOPATHIE – Spiegel der Befindlichkeit

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Jedes Mittel der Homöopathie hat sein ganz eigenes Wirkprofil, in dem immer auch eine seelische Komponente enthalten ist. Außerdem richtet sich  die Wahl der Arznei immer nach den Modalitäten:
 

  • Ausgelöst durch Überanstrengung, verschlimmern sich Ihre Beschwerden bei kaltem, nassen, regnerischem Wetter oder nach dem Regen. Oder sie verschlechtern sich besonders in der Ruhe oder wenn Sie auf dem Rücken oder der rechten Seite liegen. Das sind zum Beispiel Gegebenheiten, wie sie auch bei der Arznei Rhus toxicodendron zu finden sind. Eine ebenso typische Modalität ist die Besserung durch warmes, trockenes Wetter, Gehen, Positionswechsel, Strecken und Reiben der Glieder sowie warme Anwendungen. 
  • Damit steht es ganz im Gegensatz zu Bryonia (Foto), bei dem häufig finanzielle Sorgen und Existenzängste im Hintergrund stehen. Durch Wärme und Bewegung wird alles noch  schlimmer wird. Und Se wollen absolut keine Ratschläge oder sonstige Einmischungen! Jede Anstrengung und Berührung verschlechtert, ebenso wie Essen und heißes Wetter. Sie können sich nicht aufsetzen, davon wird Ihnen übel. Was Ihre Symptome hingegen bessert, ist Liegen auf der schmerzhaften Seite, Druck, Ruhe und kalte Dinge. 
  • Colocynthis ist die Arznei, wenn Ihre Beschwerden durch Ärger und Empörung ausgelöst werden: Symptome werden schlechter durch Ärger und Entrüstung; sie bessern sich, wenn Sie sich krümmen, durch harten Druck und Wärme.
  • Arnica kommt in Frage, wenn die geringste Berührung oder Bewegung Ihre Beschwerden verschlechtert, Hinlegen dagegen bessert. 
  • An Apis müssen Sie denken, wenn jede Form von Hitze, Druck oder Berührung, aber auch der Aufenthalt in geschlossenen Räumen Symptome verschlechtert. Schmerzen werden jedoch besser im Freien, durch Aufdecken und kaltes Baden.

BUCHTIPP "Die Sprache unserer Gelenke"

Von den Kiefergelenken bis zu den Zehen: In Jean-Pierre Barrals Buch „Die Sprache unserer Gelenke“ wird genau erklärt, welche seelischen Blockaden hinter den Schmerzen im jeweiligen Körperbereich stecken. Anhand von Fallbeispielen erklärt er allgemein verständlich die Sprache der Gelenke und deren Gedächtnis, das Zusammenwirken von körperlichen und geistigen Befindlichkeiten und zeigt Wege zu einer gesünderen Lebensführung fernab von Medikamenten und Apparatemedizin. Eine Wissensbank! Südwest Verlag, 19.99 Euro

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