GLOBULiX Portrait Janine Siu Ien Tan

FINE & DIVINE: Galerie der Götter

von Katrin Reichelt

Noch bevor Janine Siu Ien Tan die Jacke auszieht, stattet sie ihren kostbaren Khmer-Stelen aus Kambodscha, den Buddhas aus Indien und Tibet, den Artefakten aus Nepal und Burma einen kleinen Besuch ab. "Sie freuen sich, wenn sie Besuch bekommen", sagt sie, "und deshalb wünsche ich mir, dass möglichst viele Menschen hier bei uns vorbeischauen …" Auf einen Tee, um sich an diesen kostbaren Objekte zu erfreuen, um mit ihr in die Götterwelt einzutauchen. "Wir wollen einfach eine gute Zeit miteinander haben."

Es wäre nicht verwunderlich, wenn das geheimnisvolle Lächeln, das sich in den Gesichtern der Jahrhunderte alten Statuen und Skulpturen wiederspiegelt, ihr gelten würde. Wer den ersten Satz mit Janine Tan wechselt, verliert alle Schwellenangst inmitten erlesenster asiatischer Kunst, nach denen sich Auktionshäuser wie Christie's die Finger lecken würden.

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Jeden Nachmittag, zumindest bis Weihnachten, wechselt Janine Tan von ihrer Arbeit im Management hochwertiger Finanzprodukte bei der in Hamburg ansässigen Firma Aquila Capital in ihr "alter ego" – ihr anderes Ich, das durch die Ausstellung und den Verkauf  antiker, sakraler Kunst das Tor zu inneren Werten öffnet und für fünf Wochen in der feinen Galleria in den Hamburger Große Bleichen 21 zu sehen ist. Innerhalb des Rahmenprogrammes wird die frisch gebackene Galeristin einen Vortrag halten: "Es geht darum, wie Kunst den Zugang zu einer sinnlichen, erlebbaren Welt schaffen kann, jenseits von materiellem Streben und Perfektion. Von meinem Hang zur Perfektion loszulassen, war meine größte Herausforderung." Diese begann bereits mit dem Kauf ihres allerersten eigenen Kunstobjektes. "Man muss nicht unbedingt wissen, was das alles ist", sagt Janine Tan, "meine ersten Stücke habe ich einfach gekauft, weil ich sie interessant fand. Es ist viel wichtiger, sich von dem Exponat berühren zu lassen." 

Ihre erste Berührung geschah durch eine dunkel angelaufene, verbeulte, grob gehämmerte Schale, die zudem auch noch teuer war. "Ich hatte den Aussteller in meiner Unwissenheit gefragt, was eventuell zu mir passen könnte, und das war seine Antwort." Sie lacht bei der Erinnerung. "Es war eine 600 Jahre alte tibetische Altarschale und da war klar: Es gibt eine Dimension in der Kunst, die wertvoll für mich ist, mich damit zu beschäftigen. Das, was gerade noch hässlich erschien, kann von einer Sekunde auf die andere schön werden – und das wird nicht im Kopf entschieden!" Sie nennt es den sinnlichen Zugang zu den Artefakten: "Die Exponate entsprechen keineswegs immer meinem Sinn für Ästhetik. Manche Figuren sehen sogar furchterregend aus." Doch sie verwandeln sich im Auge des Betrachters, wenn sie ihm bestimmt sind – das ist die große und unerklärliche Faszination.

So wie die einer Krishna-Statue, die sie auf einer anderen Ausstellung entdeckte. "Ihr fehlte ein Arm und sie war dreimal so teuer wie alle anderen intakten Hochglanz-Exponate. Ich musste lernen, von meinen Vorstellungen loszulassen und in eine andere Erfahrung hinüberwechseln."

 

Spirituelle Kunst als Wertanlage

Es war wie die Reise in eine neue Welt, auch wenn Janine Tan bereits in China und Taiwan Sinologie studiert hatte. Der Zusammenhang war damals noch nicht sichtbar. Sie wuchs quasi erst in ihn hinein. "Natürlich beschäftige ich mich inzwischen viel intensiver mit dieser Kunst. Die sinnlichsten Stücke sind häufig eine erstklassige Wertanlage, so wie ein Buddha aus dem 13. Jahrhundert, der dann auch 20.000 Euro oder mehr kostet – was aber dennoch auf dem Kunstmarkt ein eher kleiner Betrag ist. Wenn Stücke über Hunderte von Jahren mit Weihrauch, Wasser, Reis verehrt worden sind, an geheimen Plätzen, dann sieht man ihnen das an. Der gegenseitige Austausch ist spürbar zwischen dem Artefakt und demjenigen, der spirituelle Vertiefung sucht."

In der FINE & DIVINE-Ausstellung gibt es viele indische Gottheiten, Ganesha, Nandhis: "… Indien hat ein riesiges Pantheon der Götter." Sie sind dort in Tempeln oder auch häuslichen Schreinen zu finden. Die schamanischen Figuren aus Nepal dagegen stehen in ihrer Heimat vor den Häusern oder am Wegesrand und segnen vorbeiziehende Reisende. "Sie sind oft nicht alt", erklärt die Galeristin, "70, vielleicht 80 Jahre, aber sie leben natürlich unter extremen Witterungsbedingungen und das sieht man auch." Einer dieser kleinen hölzernen Schamanen ist schwarz, verkohlt und riecht intensiv nach Rauch, "… weil die Menschen in Nepal ihre Artefakte buchstäblich durchs Feuer gehen lassen."

Sie tritt an eine Glasvitrine und deutet auf eine Gebetskette – eine sogenannte Mala – aus dicken Hartholzperlen. Sie wurde aus dem Rudraksh- Baum gefertigt, der in Indonesien wächst, woher auch sie, zumindest genetisch betrachtet, zur Hälfte stammt. "Mein Gefühl ist, dass diese Mala ein bisschen muksch ist", sagt sie in schönstem Hamburgisch, "weil sie einfach von zu vielen Leuten auf den Ausstellungen in Paris und Genf angefasst wurde."

Weil die Gebetskette so faszinierend aussieht mit ihren 108 Perlen, den Muscheln, Glöckchen und Zähnen, zog sie die Betrachter magisch an. Janine Tan hat sie hinter Glas gelegt, um ihr eine Pause vor weiteren Zugriffen zu gönnen. "Diese Malas werden bei Ritualen benutzt, eigentlich berührt sie nur der Besitzer, aber sie ist eben schon sehr alt…"

Die Chance, in die Götterwelt einzutauchen

Die FINE & DIVINE-Galerie soll für alle und jedermann sein, "… und dennoch sind alle Stücke für die tatsächliche spirituelle Praxis gedacht. Die Menschen, die zu uns hereinkommen, haben Zugang zu ihrer inneren Welt, der Magie, der Mystik, der Lebendigkeit von Göttern und der Unberechenbarkeit des Kosmos. Was wir in dieser Galerie haben, sind Stücke, die einen Anker bieten, in diese Welt einzutauchen. Die Stücke sehen nicht nur großartig aus – sie bringen diese Welt mit nach Hause, durch eine Figur, eine Opferschale oder eine Butterlampe."

 

Für Janine Tan kam dieser Zugang durch einen Anruf des Händlers, von dem sie ihr erstes Artefakt kaufte. "Er hatte vor gut einem Jahr gehört, dass ich beruflich etwas kürzer treten wollte und er fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm asiatische Kunst in Deutschland zu verkaufen. Das traf mich wie der Donner. Mein erster Gedanke war: 'Wie verrückt ist das denn???' und mein zweiter: 'Das ist die tollste Idee überhaupt!', obwohl ich nie zuvor etwas mit Kunst gemacht hatte. Es gab keinen Plan, keine Logik … es ist mir einfach zugeflogen."

Sie streicht mit der Hand über eine einzigartige Khmer-Stele aus Kambodscha. "In all den Jahren, die ich für mich Artefakte kaufe, habe ich bei ihm niemals ein Objekt zweimal gesehen. Und so ist es auch bei unseren Galeriestücken. Keins ist wie das andere." Sie standen in Genf, Paris, San Francisco. "Und jetzt sind sie hier in Hamburg, auch wenn jeder sagt, die Hamburger sind zu zugeknöpft für spirituelle Kunst. Daran glaube ich nicht. Dies ist die schönste Stadt der Welt, mit einem ungeheuren Sinn für das Schöne, für Werte und Tradition."

Janine Tan beschreibt es als einen humanistischen, menschlichen Lebensstil, sich an dieser Kunst zu erfreuen. "Kunst ist so alt wie die Menschen selbst. Ich gehöre zur Generation iPod, ich jette um die Welt, ich arbeite in der Finanzbranche und ich habe immer ein kleines Artefakt bei mir. Es gehört in meine Handtasche wie mein Handy und meine Handcreme. Das ist die Sinnlichkeit, von der ich spreche: Das eine ist für den Kontakt mit der Außenwelt, das andere für meinen Kontakt mit meiner Innenwelt. Wenn ich als ganze Person leben will, dann brauche ich beides." Den Sinn dafür auch bei anderen Menschen zu neuem Leben zu erwecken, ist ihre große Sehnsucht.

Mancher Abschied fällt ihr schwer

"Wir sind eine kleine, exklusive Galerie mit namhaften Sammlern und einzigartigen Stücken. Aber wir wollen keine Barriere aufbauen, sondern die Menschen mit den Stücken zusammenbringen, die tatsächlich zu ihnen gehören. Manche eignen sich  hervorragend für die Küche, eine Anapurna zum Beispiel. Wenn die Küche stimmt, stimmt auch der Rest des Hauses, denn von dort kommt die Nahrung, auch im übertragenen Sinne."

FINE & DIVINE stattet entsprechend auch Häuser und Wohnungen aus. "Der Umgang mit den Artefakten ist ganz praktisch und lebensnah." 

Die Galeristin erwirbt die Dinge dort, wo sie tatsächlich an ihren ursprünglichen Orten gelebt haben, "… damit sie ihre Welt in unsere Welt mitbringen."

 

Ihr nächstes Ziel ist es, die Ausstellung im Rahmen kleiner, exklusiver Events oder Abendessen zu präsentieren; Kooperationspartner zu finden, die ein ebensolches Interesse wie sie selbst daran haben, für ihre Kunden äußeren Werten auch innere hinzuzufügen. Hat sie Lieblingsstücke, die sie am liebsten nicht hergeben würde? "Oh ja", nickt Janine Tan, "den Khmer-Buddha aus dem 13. Jahrhundert – der ist das zentrale Stück unserer Ausstellung. Bei Christie's gibt es ein vergleichbares Objekt aus dem 9. Jahrhundert für 180.000 Euro. Weil unseres 400 Jahre jünger ist, ist es im Vergleich dazu mit 19.400 Euro erheblich günstiger, aber nicht weniger schön und mit einer unglaublichen Präsenz ausgestattet." Ihre Hände legen sich um eine 4-etagige indische Pujalampe: "Sie zeugt von vielen Zeremonien, ist kein Stück für jeden Tag und wunderschön gearbeitet." Sonst noch etwas? "Ja", lächelt sie. "Natürlich die muksche Mala."

Mehr Informationen zu den besonderen Veranstaltungen, Vorträgen und Filmabenden in der Hamburger GALLERIA Passage, Große Bleichen 21, 20354 Hamburg finden Sie unter den FINE & DIVINE-Ausstellungen



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