GLOBULiX Portrait Andreas Kieling

Ein Tierforscher allein unter Bären

„Das Tier soll nicht am Menschen gemessen werden. In einer Welt, die älter und vollkommener ist als die unsere, bewegen sie sich komplett vollendet, beschenkt mit einer Erweiterung der Sinne, die wir verloren oder nie erlangt haben, Stimmen folgend, die wir niemals hören werden. Sie sind keine Brüder, sie sind uns nicht untergeordnet; sie sind wie andere Nationen, gemeinsam mit uns verfangen im Netz des Lebens und der Zeit, Mitgefangene in der Pracht und Mühsal der Erde.“

Henry Beston, „The Outermost House“, 1928

Empfehlen Sie diese Seite auf:

„Im Okawango-Delta wollte ich ein Rudel Löwinnen und ihre Jungen filmen. Plötzlich sah ich in der Gruppe eine Staubwolke explodieren und ein Tier auf mich zurasen. Gratulation, ich hatte den Pascha übersehen. Ein kräftiger Kerl mit dicker Mähne und ordentlich Wut im Bauch. Der war sauer, weil ich seinen Mädels zu nahe kam. Ich blieb stehen, hielt mir Stativ und Kamera vor die Brust, um wenigstens irgendeinen Schutz zu haben, und brüllte den Löwen an. Etwa 30 Meter vor mir machte der Löwe wieder eine Staubwolke – diesmal dank einer Vollbremsung. Dann drehte er sich um und ging zurück zum Rudel. Das war kein Angriff. Das war eine Drohgebärde.“

So wie auch hier: „Der alte Grizzly begann zu brummen und mit seinem Gebiss zu klappern. Das ist ein klares Zeichen für Angriff. Er spurtete auf mich zu. Ich ließ mich auf den Boden fallen, und was mich rettete, war mein Rucksack, mit etwa 35 Kilo technischem Equipment. Das war mein Bär-Puffer. Der Grizzly haute seine Pranke in den Rucksack, ich flog zwei Meter durch die Luft, rollte mich bei der Landung ab, das war’s. Ich habe ihn in den nächsten Tagen noch ein paar Mal gesehen, aber sobald er mich witterte, drehte er ab. Wahrscheinlich schämte er sich, weil er zu weit gegangen war.“

 

WOHINGEGEN HIER DIE DINGE ETWAS ERNSTER LAGEN …

„Blitzschnell wand sich der Schwanz der Anakonda um meine Beine und riss mich ins Wasser. In wenigen Sekunden drehte sich ihr Körper um meinen. Als ich hektisch ausatmete, um wieder Luft zu holen, zog sie jedes Mal den Muskelstrang noch enger um meinen Brustkorb. Ich rang nach Luft, konnte nur noch ganz flach atmen, und meine Rippen knackten. Wie in einem Schock­zustand ließen meine Hände den Hals der Anakonda los. Mehrmals biss die Schlange um sich, traf aber nicht meinen Körper. Riesenschlangen können mit ihrer enormen Muskelkraft viel schneller ihre Opfer töten als die gefährlichste Giftschlange – wie die Schwarze Mamba, Kobras oder die Kraid.“

Terra X – für Andreas Kieling überall

Millionen deutsche Fernsehzuschauer kennen Andreas Kieling aus der ZDF-Serie „Terra X: Kieling – Expeditionen zu den Letzten ihrer Art.“ Für den ARD-Dreiteiler „Abenteuer Erde – Yukon River“ wurde er mit dem Panda Award, dem Oscar des Tierfilms, ausgezeichnet. Egal, ob Alaska oder Asien, Afrika oder Australien: Andreas Kieling arbeitet immer unter extremen Bedingungen. Seine Beute sind Bilder, die vor ihm keiner schoss. Kein Deutscher hat mit den Grizzlys, den braunen Riesen, so viel Zeit ver­bracht wie Kieling; niemand ist mit deren Gewohnheiten und Eigenarten so vertraut wie er. Er folgte chinesischen Bergschafen über 400 Meter hohe Steilhänge, er lebte sieben Monate am Yukon River bei minus 30 Grad, er tauchte mit australischen Krokodilen.

 

DIE FASZINIERENDE WELT DER TIERE

„Warum machen Sie das?“, fragten wir Andreas Kieling. „Ist das normale Leben nicht schon gefährlich genug?“ Der Abenteurer spricht leise: „Ich bin neugierig, ich spüre Leidenschaft in mir. Und bei meinem Anliegen, das Leben in der Wildnis zu dokumentieren, will ich nicht mit erhobenem Zeigefinger und einem betroffenen Gesicht daherkommen und über Missstände reden – nein, ich will authentisch sein. Dafür ist es schon nötig, dass man den Tieren nahe kommt, mit ihnen lebt.“ Vor jeder Reise muss er sich Fragen stellen: „Was bin ich für die Tiere, die ich filme? Bin ich ein Opfer? Ein Feind? Ein Eindringling?“ Ganz offensichtlich hat Andreas Kieling bisher die richtigen Antworten gefunden. Denn tatsächlich freuen sich die Tiere sogar, wenn er wiederkommt! „Das ist beeindruckend, wenn beispielsweise Grizzlys mich an meiner Stimme wiedererkennen, an meinem Geruch – oder vielleicht auch daran, weil sie mit mir gute Erfahrungen gemacht haben. Oder wenn ich an die Berggorillas denke – die haben so viel Charme und so viel Charisma, dass ich immer und immer wieder zu ihnen kommen möchte.“ 

Die Sprache der Tiere

Vielleicht spricht er mehr ihre Sprache, als wir uns das überhaupt vorstellen können. Verwunderlich wäre das nicht. Denn ein erstes Schlüsselerlebnis hatte er schon als Vierjähriger in der einstigen DDR. Er stand vor dem Zwinger eines scharfgemachten Riesenschnauzers der Volkspolizei. Ein Hund, der darauf abgerichtet war, Menschen zu beißen. Andreas kletterte dennoch in den Zwinger und freundete sich mit ihm an. „Er fand mich wohl ganz nett. Als meine Eltern kamen, um mich zu retten, beschloss er, mich zu verteidigen und ließ keinen an mich heran. Als Belohnung, dass ich schließlich wieder heil aus dem Zwinger gekommen bin, fuhren meine Eltern mit mir in den Ostberliner Zoo.“

 

ER WOLLTE NUR EINS: FREIHEIT.

Als 16-Jähriger hatte er einen solchen Hunger nach Frei­heit entwickelt, dass er die Flucht aus der DDR wagte. Als er die Donau durchschwamm, schossen die Volkspolizisten auf ihn – und trafen. Kieling: „Aber es war nur ein Steck­schuss im Rücken.“ Er schwamm weiter, feiert seitdem zweimal im Jahr Geburtstag. „Den Tag, als ich zur Welt kam und den Tag, als ich frei wurde.“

Er reiste durch Grönland, fuhr mit dem Mountainbike durch den Himalaja, arbeitete als Seemann und Förster und im Gebrauchtwagenhandel. Eines Tages versilberte er seinen Oldtimer, einen Morgan, gegen eine 16-mm-Kamera und machte sich auf, seinen Lebenstraum zu realisieren. „Andere wollen gern Lokführer sein – ich träumte davon, Tierfilmer zu werden.“

Er wurde einer der besten der Welt. Nach all den vielen Kontinenten hat er jetzt ein neues Paradies entdeckt – seine Heimat. 1400 Kilometer ist er an der ehemaligen innerdeutschen Grenze gewandert – eine der überraschendsten, abwechslungsreichsten und emotional bewegendsten Expeditionen seines Lebens. Gemeinsam mit Cleo, seinem Hannoverschen Schweißhund, quer durch Deutschland, vom böhmisch-bayerisch-sächsischen Dreiländerdreieck bis zur Ostsee. Und hier erlebte Kieling eine Artenvielfalt, die seine kühnsten Träume überflügelt hat: seltene Tierarten wie Wildkatzen, Luchse, Wölfe, Schwarzstörche, Seeadler und Kraniche. Kieling schwärmt: „Ich frage mich, ob es richtig ist, dass unsere Kinder mehr über Elefanten und Polarbären wissen als über die heimische Natur. Ich finde, das Verständnis über sie muss hier entstehen und nicht in Afrika.

 

WEIT REISEN, UM ENDLICH NACH HAUSE ZU FINDEN

Zum Beispiel am Schalsee, wo der Seeadler direkt neben mir im Wasser eine Brasse schlägt. In Skandinavien erwartet man so etwas, deswegen fährt man da hin. Dass man es hier in Deutschland so beiläufig finden kann, selbst in der Nähe von Ballungszentren, das vermutet man einfach nicht. Und man bekommt die Erkenntnis: Ich lebe im schönsten Land der Welt.“ Nach all den Expeditionen auf den Kontinenten, nach all diesen extremen Reisen hat besonders die Wanderung an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ihn berührt. Und er möchte den Menschen sagen: „Zieht Eure Wanderschuhe an, kauft ein Fernglas und schnallt den Rucksack auf den Rücken; geht los, macht mal Euer Handy aus. Setzt Euch unter einen Baum, in einen Wald. Vielleicht in der Abend- oder in der Morgendämmerung. Lauscht den Geräuschen – und Ihr werdet erstaunt sein, wie glücklich so etwas macht. Man muss nur ein wenig Zeit und Bereitschaft investieren – und es kommt etwas ganz Besonderes zurück.“
Können Menschen von den Tieren lernen – sind Tiere friedlicher als Menschen? „Wenn Tiere so wären wie Menschen, so unberechenbar, dann wäre ich ganz sicher nicht mehr am Leben. Ja, ich fühle mich in der Wildnis Nordalaskas sicherer als am späten Abend in einer amerikanischen Großstadt…“ (HHR, Fotos: A. Kieling)


Andreas Kielings Naturheilkunde

„Sport und frische Luft sind meine beste Medizin“, sagt Andreas Kieling. Aber es gibt ein ABER: „Wenn ich wirklich mal ein gesundheitliches Problem habe,
verlasse ich mich vornehmlich auf die Homöopathie. Dadurch bekommt der Körper die Widerstandskraft, sich selbst zu wehren. Die Mittel", erzählt er, „die die Natur uns anbietet, werden übrigens auch instinktiv von Tieren angewandt.“ So hat Kieling beispielsweise immer wieder Grizzlys beobachtet, die die Wurzeln der Zwergweiden fressen. Nicht nur, weil die besonders nährstoffreich sind, sondern weil die Weidenrinde auch Schmerzen lindert.

Schon die Indianer haben begriffen, dass sie mitten in der Natur-Apotheke leben, wenn sie nur auf die Tiere achten. Kieling: „Indianer haben mit Vorliebe kranke Bären verfolgt. Aus dem, was die dann gefressen haben, haben sie ihre medizinischen Rückschlüsse gezogen und sich selbst damit behandelt.“ Kieling vertraut außer auf Hahnemann auch den vitaminreichen Fetten (besonders D und E) aus Murmeltier-, Dachs- und Bärenfett.



BUCHTIPP

Die überraschendste Entdeckungstour wurde für Andreas Kieling seine Deutschlandwanderung: mit seiner treuen Hündin Cleo entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Vom Dreiländereck bis an die Ostsee, 1400 Kilometer, acht Bundesländer in sieben Wochen. Er fand die Wildnis mitten in Deutschland und entdeckte unsere Heimat ganz neu: Flussperlmuscheln in der bayrischen Regnitz, Mufflons im Thüringer Wald, Luchse im Harz. Urwald und wilde Orchideen im Hainich, Wanderfalken im Eichsfeld und vom Aussterben bedrohte Birkhähne in Hessen. Nandus in Mecklenburg und seltene Seeadler auf dem Schaalsee…

Ein deutscher Wandersommer – 1400 Kilometer durch unsere wilde Heimat, Malik Verlag, 22.95 Euro

GLOBULiX-Fans!

NEU: Dein Gluten-Ratgeber

www.flourrebels.com: Dein glutenfreier Gourmet-Shop

Globuli: erste Wahl für Kids!

Erfahrungsmedizin: Schätze der Frauen-Homöopathie 

Starker Partner: emotionale 

Aromatherapie 

Entwicklungshelfer Ärzte ohne Grenzen

Chefredakteurin Katrin Reichelt & Friends bloggen

BESTSELLER

Guter Rat für Einsteiger:

Die magische 11 der Homöopathie

K. Reichelt, S. Sommer,

GU, 12.99 Euro

Globuli bei Angst & Burnout 

HOMÖOPATHIE-EXPERTIN

HP Petra Hofmanns Blog

Homöopathische Mittel bei apo-rot. Große Auswahl & kleine Preise!

Bauchgefühl: ganzheitliche Strategien bei Gluten-Intoleranz

Laufen macht fit, sagt die Uni Harvard. Am schönsten ist es auf dem Golfplatz

Es gibt noch viel zu tun: sanfte Medizin für alle 

EINFACH GESUND

Die 12 wichtigsten  Hausmittel  auf einen Blick

ALTERNATIVEN

Ein Plädoyer für komplementäre Medizin: Globuli statt Pillen,

K. Reichelt, S. Sommer,

GU, 9.99 Euro, Kindle

KOLUMNE

Your Homeopathy Guide in English

NACHLESE

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© GLOBULiX® Katrin Reichelt/Hans-Heinrich Reichelt 2012 |Wunderbare Jahre Verlag